5.1 Geheimbund und Bruderschaft

Sind wir ehrlich, das Erste was uns einfällt zur Freimaurerei, ist das Wort Geheimbund. Eine Bruderschaft die irgendwie jeder kennt, aber keiner weiß worum es wirklich geht.

Dies wirkt zum einen sehr interessant und zum anderen total abschreckend. Speziell hier in Deutschland, wird Geheimes sehr schnell mit Negativem verbunden. Wer was verschweigt, hat auch Dreck am Stecken. Ist es aus der Norm, können es nur Spinner gut finden. Zudem kleiden sie sich speziell und führen Rituale durch.

Zugegeben, ein bisschen bekloppt ist es ja auch sich eine spezielle Kleidung anzulegen, eine Tradition zu pflegen und dahinter zu stehen. Dies dann auch noch mit einem Haufen weiterer Bekloppter zu machen, nahezu skandalös.

Das lustige an dieser Aussage ist, dass kann man auch über Fußballfans oder Karnevalisten sagen. Ich kann dies gut beurteilen, da ich zu den Erstgenannten gehöre. Ich bin seit über 20 Jahren Mitglied, hatte 12 Jahre eine Dauerkarte und war auf einigen nationalen und internationalen Auswärtsfahrten dabei. Ebenso hatte ich im Blogeintrag “Meine ersten Schritte als Suchender” erwähnt, auch schon als Frau oder rosa Riesenhase verkleidet gewesen zu sein. Natürlich nur zu Karneval, solche Verkleidungen ohne Karnevalsgrund anzulegen, wäre schon etwas schräg.

Ergo, ganz so bekloppt können die ja doch nicht sein (wenn ich mich mal in Vergleich setze)

Bruderschaften als solches, habe ich immer kritisch beäugt. Irgendwie konnte ich mich nie damit anfreunden. Zumindest sind mir Bruderschaften immer nur auf irgendwelchen Festen aufgefallen. Strunz besoffen und ein T-Shirt der Bruderschaft an. Da wusste man immer direkt schon, legst du dich mit einem der Typen an, hast du direkt die ganze Bagage am Hals.

So hatte ich nie wirklich den Bedarf danach mich über Bruderschaften zu informieren. Ich fand es immer nur dann interessant, wenn etwas darüber in einer Doku kam (Dokus sind einfach klasse, auf dem Sofa gammeln und dabei auch noch etwas lernen, besser geht es nicht).

Auch wenn es bei der Freimaurerei um das bearbeiten seines eigenen rauen Stein geht, kann dies nur Mithilfe von den Brüdern gelingen. Man muss also in dieser Gemeinschaft seinen Platz finden, auch wenn vieles durch Grade und Posten zugeteilt ist, steht ja die Devise “auf Augenhöhe”. Ich bin gespannt wie diese Form der Hierarchie von den Freimaurern gemeistert wird. Ich kann nur meine beruflichen und sportlichen Erfahrungen in einem Team bewerten. Wie man das mit der Freimaurerei vergleichen kann weiß ich noch nicht.

Auch den Umgang der Generationen untereinander finde ich super spannend. Dort treffen Nachkriegsgeneration, bis hin zu digitaler Generation aufeinander und begegnen sich als Brüder. Wenn ich ehrlich bin, freu ich mich darauf mit am meisten. Im Berufsleben habe ich viele Kollegen kennengelernt die weit aus älter sind wie ich, die jedoch zu sehr guten Freunden geworden sind. Wenn man es schafft miteinander klar zukommen und nach und nach einen Draht findet, kann man viel voneinander lernen. Der Jüngere kann von der Erfahrung profitieren und der Ältere von den neuen Blickwinkeln.

Ich denke das könnte eine große Besonderheit der Freimaurer sein, diese Fülle an Erfahrung und Blickwinkeln.

Dann gibt es den Punkt, wie bestimmend wird die Bruderschaft in meinem Leben? Nicht insofern dass sie mir sagt was ich zu tun oder zu lassen habe, sondern welchen Anteil die Bruderschaft an meinem sozialen Leben einnimmt. Ich muss dazu sagen, mein soziales Leben hält sich in Grenzen. Ich bin nicht der Typ mit einem gigantischen Freundeskreis. Eher der Typ 2-3 Menschen reichen mir vollkommen aus und dazu noch ein kleiner Kreis an Bekannten. Doch liest man ja häufig, dass viele Freimaurer Ihr soziales Leben fast ausschließlich in der Loge haben. Da bin ich gespannt drauf, wie die Loge sich da bei mir auswirkt.

Wie gesagt, ich kenne nur das Miteinander in beruflichen und sportlichen “Teams” und bin wirklich gespannt, ob ich mich auch hier so schnell zurecht finde wie sonst auch.

Bis demnächst Euer ICH

IchKommentieren